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Max Prosa: Wache Menschen #8

Seit zehn Jahren präsentieren wir bei TV Noir Musiker, die mit Leidenschaft auf der Bühne stehen. Jetzt haben wir uns mit dem Brausehersteller fritz-kola zusammengetan, um solchen „Wachen Menschen“ noch viel mehr Raum für ihre Gedanken, Aussagen und Gefühle zu geben – der TV Noir Podcast ist geboren. Jede Woche treffen wir Menschen, die mit all ihren Sinnen ihr Leben bestreiten und die eine intrinsische Motivation verspüren, etwas zu kreieren. Als Max Prosa damals diese Energie in sich entdeckte, brach er ganz klassisch aus. Das laufende Physikstudium ließ er in Deutschland zurück und begab sich nach Irland, um dort mit Liedern von Bob Dylan auf Straßen Musik machen zu können – was vor allem deutsche Touristen begeisterte. Dieser Aufenthalt und die damit einhergehende Ruhe formten aus Max nach und nach Max Prosa.

Max Prosa – vom Ausbrechen und Heimkehren

1989 wurde Max in Berlin geboren, wuchs dort in Charlottenburg auf, klaute einen Kürbis, übersprang eine Klasse, fing an Physik zu studieren, reiste nach Irland, nahm seine erste Platte auf, wurde von Leonard Cohen gelobt und brachte im Februar diesen Jahres sein viertes Album plus einen Literaturband heraus. So klingt Max Prosas Vita im Schnelldurchlauf. Doch wie so oft sind es die kleinen Zwischentöne und die unbeachteten Etappen, die Veränderungen in Bewegung bringen. Die Veränderung, die Max vollzog, als er nach Irland ausbrach und sein Physikstudium immer mehr vernachlässigte. Als er dort Lieder von Bob Dylan auf der Straße sang, sich lernte neu zu definieren und die ersten eigenen Songs – und unter anderem “Straße nach Peru” – schrieb. Im Gespräch geht es aber auch um die Veränderungen dieser Welt, die laut Max stets gute Intention der Menschen, die leider ab und an pervertiert wird. Wie er mit seiner Musik Empathie schaffen möchte und dass es vielleicht diese Auslöser braucht, um langfristig etwas zu verändern.

„Ich glaube meine Mission ist es, Perspektiven zu eröffnen – für mich selber, dadurch dass ich Songs schreibe, und für andere Leute, dadurch dass sie meine Songs hören.“

Lösungen, die sich aus ungeplanten Wegen ergeben, schwingen oft im Podcast mit. So ist auch das Gespräch selbst als Teststellung für das Projekt „Wache Menschen“ entstanden und entpuppte sich dennoch als großartiges Gespräch – und auch Max Prosa war auf dem besten Weg, sein Studium abzuschließen, doch kam dann zur Musik. Zu seinem aktuellen Album „Heimkehr“ veröffentlichte er nun sogar den Lyrikband „Im Stillen“, und dann ist da noch dieser Kürbis. Der Kürbis, den Max als Junge von einem Feld stahl und ihn mit nach Hause brachte. Woraufhin ihn sein Gewissen plagte und er letztendlich von seiner Mutter erwischt wurde. Was wie eine klassische „Auf dem Weg, erwachsen zu werden“- Geschichte klingt, ist in den Zwischentönen dann doch wieder einmal viel mehr. Denn als Tex ihn nach den prägenden Momenten seines Lebens fragte, fallen Max Prosa zwei Geschichten ein: Irland und eben diese Geschichte, die vielleicht wichtiger als die Anerkennung von Musiklegende Leonard Cohen für seine deutsche Version von „Halleluja“ war oder um in den Zwischentönen von „Straße nach Peru“ zu bleiben: „Und ich zertrete 15 Käfer, weil ich wissen will, wie es ist was zu zerstören ohne Grund.“

Hört Euch hier die weiteren Folgen von „Wache Menschen“ an: tvnoir.de/podcast