Max Prosa sendet “Grüße aus der Flut”

Max Prosa hat ein neues Album und der Titel könnte kaum passender sein: Der Berliner Singersongwriter sendet uns “Grüße aus der Flut” und scheint damit direkt diese turbulente Zeit zu meinen, die 2020 nicht nur für uns als Gesellschaft, sondern auch für ihn als Musiker darstellt. Dennoch hat sich der Musiker nicht damit begnügt, einen Kommentar auf diese verrückten, ereignisreichen Monate zu verfassen, sondern hat sich auf die Suche nach den Dingen begeben, die trotz allem Schönheit und Wonne ausstrahlen.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Mit den Worten „Der Mensch lebt nicht von Brot allein“ beginnt Max Prosa mit dem Titeltrack dieses sechste Studioalbum. Damit beweist er gleich von dieser ersten Sekunde an seine Liebe für Sprichwörter und Redewendungen. Nur selten kann sich Max Prosa verkneifen, geflügelte Wörter in neue Bilder zu modellieren. Wie gewohnt tanzt er zur kraftvollen Gitarre von einem Wortspiel ins nächste. So zum Beispiel bei “Donnerschlag”. Es ist eine ruhige Pianonummer, die besingt, wie Menschen aus ihrem Alltagstrott gerissen werden. Es scheint wie eine kleine Prognose der Pandemie.

Die Grundstimmung von “Grüße aus der Flut” ist leicht und schafft es dennoch, immer eine gewisse Ernsthaftigkeit zu formulieren. Es gibt melancholische, ehrliche Stücke wie “Von Engel zu Engel”, das in erster Linie durch das Crowdfunding, worauf die Platte basiert, entstand. Ein Fan hat sich einen Song gewünscht, um den Tod seiner Mutter zu verarbeiten. So entstand das Klavierstück. Wieder andere Lieder schunkeln im Upbeat zu herrlichen Sommerfantasien im Takt.

Leichtigkeit für Zuhause: Max Prosa – “Königin der Rätsel”

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

An einigen Punkten hat sich Max Prosa in neuere Gefilde gewagt und ist in der Produktion etwas von seinem rustikalen Charme abgewichen. „Küss mich“ hat einen opulenten Refrain, der stark im Kontrast steht zur reduzierten Strophe. Auch scheint sich das Glockenspiel in der Isolation einen besonderen Protz erspielt zu haben. Sogar in die lyrischen Texte des Berliners ist es eingeflossen und scheint auch für die besungene “Königin der Rätsel” eine wichtige Rolle zu spielen. Dennoch bleiben Hut und Akustikgitarre auch auf “Grüße aus der Flut” die klaren Protagonisten in Prosas Musik – und mal ehrlich, alles andere hätte uns doch verwundert.

Übrigens: Wusstet Ihr, dass Max Prosa mal einen Kürbis gestohlen hat? Im Podcast “Wache Menschen” hat der Singer/Songwriter nicht nur über seine Sünden, sondern auch über seine Idole mit TV Noir gesprochen.