Eels liefern Feel-Good-Album für das „Feel-worst-year“

Da sitzt er, der Jon Hamm, setzt sich die dicken Kopfhörer auf und starrt auf das neue Plattencover der Eels mit dem traurigen Clown, während hinter ihm von Einbrechern die Bude ausgeräumt wird. Als wäre das etwas, was uns in 2020 noch wundern würde. Dies ist natürlich keine wahre Begebenheit, sondern das Video zu “Are We Alright Again”. Eine Single-Auskopplung der neuen Eels-Platte “Earth To Dora”. Ein Song, der eigentlich gar nicht aufs Album sollte, denn das war schon längst fertig, als sich Mark Oliver Everett entschied, diesem furchtbaren Jahr noch ein Stück zu widmen, welches locker flockig das Ende der Pandemie beschreibt bzw. wie man diese mit den richtigen Mittelchen erträglicher macht.

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Und auch wenn der Rest des Albums ohne Jon Hamms visuelle Unterstützung auskommen muss, ist “Earth To Dora” eine Empfehlung wert. Mit ihrem bereits 13. Langspielern haben die Eels das Rad natürlich nicht neu erfunden, das müssen sie auch gar nicht mehr, denn sind wir mal ehrlich: Wir haben uns doch an den warm einlullenden Indie-Pop mit Everetts kratzender Stimme gewöhnt.

„I got hurt – so what”

…heißt es in “OK”, welches auf den Song “I Got Hurt” folgt. Dieser kleine, unscheinbare Zusammenhang  beschreibt den Sound der Eels auf diesem Album sehr treffend – traurig, aber ok! Die Songs sind durch die Bank melancholisch, ohne dabei – oft durch Selbstironie – ihre Leichtigkeit zu verlieren. Bis auf die obligatorischen Streicher hier und da gibt es auf “Earth To Dora” auch instrumentell keine großen Überraschungen, dennoch gibt es ein zwei Songs, die sich etwas aus der Masse abheben. “Baby Let’s Make It Real” zum Beispiel, welches schon im August veröffentlicht wurde. Ein gradliniger, etwas zügigerer Popsong direkt aus Kalifornien. Oder aber der Opener, “Anything For Boo”, der mit einer Spieluhrenmelodie beginnt und sich dann klanglich irgendwo zwischen Beatles und dem “Full House”-Intro ansiedelt und auf jeden Fall noch eine Weile nachklingt.

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