Platz 10: Kat Frankie – interdimensionale Musik

Vor kurzem wurde bei YouTube unserer 90.000.000-ster Clip angesehen. Das nehmen wir zum Anlass, einen Countdown (-up?) zu starten, und bis zum hundertmillionsten View die zehn meistgesehenen Künstler bei TV Noir vorzustellen. Ladies and Gentlemen, Number 10 is… Kat Frankie!

Das Wort Ausnahmekünstlerin reiht sich in die Top 3 der inhaltslosen Worthülsen direkt zwischen abwechslungsreich und spannend ein. Wer sich aber mit Kat Frankie beschäftigt, wird kaum umher kommen das Attribut der Ausnahmekünstlerin wie einen aufhellenden Blitz im Kopf zu haben. Zu abwechslungsreich zeigt sich die Wahlberlinerin – sei es bei diversen Kooperationen mit Künstlern wie Olli Schulz, in dessen Band sie spielte, Get Well Soon für den grandiosen Titelsong von “Schulz und Böhmermann”, ihrem Bandprojekt KEØMA und Clueso oder bei ihren mittlerweile vier Alben.

Bei jedem von ihnen macht die Australierin eine neue Realität auf, die zwar an die alten erinnert, aber sich doch komplett anders gestaltet. Mal gefühlvoll-düster wie auf ihrem zweiten Album “The Dance of a Stranger Heart”, mal zärtlich und verletzlich wie bei “Please Don’t Give Me What I Want”. Auch die neuste LP “Bad Behaviour” ist schon jetzt eines der spannendsten Alben 2018 und öffnet erneut das interdimensionale Tor in eine andere Welt. Verspielt, selbstbewusst und obwohl sehr laut, doch sehr persönlich.

Wo andere sich zwischen Synthies und Keyboard im 80er-Jahre-Retro-Image verlieren, versteht Kat Frankie dieses wie dezent wie ein Instrument zu spielen, um ihm letztendlich einen eigenen Farbton zu geben. Am Ende steht dann eine Tracklist, die alle Facetten zum Leuchten bringt. Tanzbare Lieder wie “Headed for the Reaper” und “Back to Life”, bei dem die Stimme so verzerrt ist, dass sie beinahe männlich klingt, und die beatlastige Melodie den sehnsüchtigen Herzschlag imitiert, reihen sich an die sphärischen Klänge von “Versailles”. An die alte Realität erinnern zusätzlich Balladen wie „Finite“. Der konstante Begleiter durch die verschiedenen Universen ist stets die unverwechselbare Stimme von Kat Frankie, welche wie ein kleines Licht durch die Dunkelheit führt. Zu gern klammert sich der Zuhörer daran und kann sich dadurch in voller Gänze auf die Musik einlassen.