“All the People” – Mando Diao überraschen mit einer zarten EP

Es ist nicht mal ein Jahr her, dass Mando Diao mit ihrem Album “Bang” begeisterten und für TV Noir auf der Bühne standen. Noch näher liegt die Schwedische LP “I solnegangen”, die erst vor einem Monat erschien. Nun schieben sie ganz unerwartet mit einer EP noch einmal nach und vereinen mit den fünf Songs ihre bisherige Diskografie. “All the People” heißt die EP, mit der die Schweden diesen Sommer musikalisch aufwerten. Es ist eine kleine Hommage an das Tourleben und an die Menschen, die Mando Diao bis hierhin begleitet haben. Die Pandemie hatte auch ihre Tour aufs Glatteis geführt und so ging der Sommer voller Festivals und Europa-Tour für Mando Diao baden. “All The People” zollt nun aber ihren Wegbegleiter/innen etwas Tribut und verewigt ihre Stationen in fünf wunderbaren Songs.

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Nachdem sie auf dem vergangenen Album “Bang” sich verstärkt in Richtung Blues wandten und fast mit amerikanischer Westernmentalität überraschten, schlagen die Musiker auf der EP wieder den wohlbekannten Folkcharakter an, mit dem sie in den 00er Jahren durchstarteten. Ohne Bedrängnis auf große Refrains und redundante Hitelemente, ergießt sich “All the People” wie zuckersüßer, klebriger Honig über die Sommerlethargie. Ähnlich träumerisch wie auf “Ochrasy” oder “How We Walk” lassen Mando Diao auf dieser EP erneut die sanften schwedischen Folk-Melodien aufleben. Damit dürften sie alle unausgesprochenen Wünsche ihrer Fans erfüllen. Gute Gitarren Riffs und einige psychedelische Effekte fehlen dabei natürlich trotzdem nicht. Ja, es scheint fast, als würde die Band mit “All the People” einen kleinen Exkurs in ihre Vergangenheit wagen und sich von den neueren Blues-Einflüssen lösen.

Mando Diao zwischen Liebeserklärung und Nachruf

Auf der EP ist außerdem nicht nur die starke, kehlige Stimme von Frontmann Björn Dixgard zu hören! Auch sein Kollege Jens Siverstedt übernimmt den Leadgesang für einen wunderbar, weichen Moment auf dem Song “Magic Kiss” – ein Song, den Jens seiner Verlobten widmet. Doch auch Björn ist auf dieser EP ungewohnt ruhig, wechselt sogar gelegentlich in die Kopfstimme, wie auf “Fly to Me”. Der Song scheint fast wie eine Akustikversion, so gedämpft sind die Drums und die kleinen Zwischenspiele, die Bass und Gitarre immer wieder in die Ballade einstreuen. Wie auch die anderen Songs, standen hierfür einige Menschen Porträt, und zwar die verstorbenen Werbegleiter*innen der Band. Umso emotionaler erscheinen die liebevoll gesungenen Worte, die Björn ungewohnt zart mit uns teilt.

Jeder Song für sich verfolgt eine eigene Dramaturgie, die nicht immer den bekannten Mando-Diao-Mustern folgt, sondern die Songs viel eher treiben lässt. An einigen Stellen kann man fast die fünf Musiker gemeinsam in sengender Hitze und von Mücken umgeben jammen sehen. Wer die Jungs aber tatsächlich live erleben möchte, der kann das Online-Konzert am 20.07.2020 ‘besuchen'. Hier bekommt Ihr Tickets für das Streaming-Konzert!

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