The Lumineers und eine musikalische Familienstudie in drei Kapiteln

Dass The Lumineers fesselnde Geschichtenerzähler sind, hat die Band spätestens mit ihrem zweiten Album “Cleopatra” bewiesen. Im dazugehörigen Kurzfilm begleiteten die einzelnen Songs die Geschichte der Titelfigur und setzten sich so zu einem großen Ganzen zusammen. Das für den 13. September erwartete Folgealbum, das auf den schlichten Titel “III” hört, perfektioniert das raffinierte Storytelling der Band. Die zehn neuen Stücke erzählen die Geschichte der fiktiven Familie Sparks. Diese Entwicklung geschah intuitiv, denn die Band hatte zunächst gar nicht geplant, ein Konzeptalbum zu schreiben.

Viel Empathie für die Düsternis

Zu jedem Stück hat der Regisseur Kevin Phillips mit der Band ein Musikvideo entworfen. Jedes dieser Videos stellt ein weiteres Puzzleteil dar und beleuchtet eine andere Facette des Familienlebens. Drei EPs gehen dem Album voraus, die sich jeweils einer anderen Generation der Sparks widmen.

Die bereits erschienen Stücke über die Großmutter Gloria Sparks porträtieren das tragische Leben des alkoholkranken Familienmitglieds auf erstaunlich nahbare Weise. Die spürbare Empathie erklärt sich vielleicht auch damit, dass das Schicksal eines engen Familienmitglieds den Sänger Wesley Schultz zu der Figur der Gloria inspirierte. Wie geschlossen die von der Band geschaffenen Welten sind, zeigen die Querverweise zwischen den Songs, die sogar die einzelnen Alben miteinander verbinden. So gedenkt Glorias Tochter Donna in “Life In The City” jener bereits erwähnten Cleopatra von Album zwei.

The Lumineers bringen das Wohnzimmer in die Arenen…

Doch nicht nur die Texte sind auf dem neuen Album noch direkter, noch mitfühlender, auch die Musik führt diese Entwicklung fort. Klang “Cleopatra” meist episch-raumfüllend, sind die neuen Lieder bisher intimer arrangiert. Wenn Schultz mit seiner eindringlichen Stimme in das Leben der Charaktere eindringt, bekommt man das Gefühl, selbst mit der Gruppe im Wohnzimmer der besungenen Familie zu stehen. Daneben fällt die zurückhaltende Produktion von Simone Felice auf. Eine solche Intimität stellt bei einer Band, die Arenen füllt, eine Ausnahme dar. Im Gegensatz zu vielen Genrekollegen, die ebenfalls mit dem Folkhype Anfang der 2010er Jahre groß wurden, vermeiden The Lumineers den Fehler, ihre Alleinstellungsmerkmale in radiotauglicherer Stadiongefälligkeit untergehen zu lassen.

Als das Herz von Jimmy Sparks gebrochen wurde…

Mit “It Wasn’t Easy To Be Happy For You” beleuchtet die erste Single der zweiten EP nun das Liebesleben des jüngsten Familienmitglieds Junior. Der dazugehörige Clip ist bereits verfügbar, die EP zu Junior erscheint in wenigen Wochen. Das gesamte Album kann hier vorbestellt werden. 

The Lumineers gehen im November auf Deutschland-Tour. Tickets gibt es an den bekannten Vorverkaufsstellen.

07.11.2019 München, Zenith
13.11.2019 Hamburg, Sporthalle
14.11.2019 Berlin, Verti Music Hall
19.11.2019 Köln, Palladium

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