Leider sind es oft die unschönen Seiten des Lebens, die Künstler*innen dazu animieren, die schönsten Songs zu schreiben. Zwar ist es wünschenswert, dass es keine Inspiration dieser Art geben würde, dennoch muss man akzeptieren, dass die Musik schon immer ein wichtiges Sprachrohr für die Darstellung politischer Missstände war. Bereits im letzten Sommer hat Enno Bunger sich politisch geäußert und mit “Weiter So” einen Song veröffentlicht, der den Umgang der Menschen mit Umwelt und Klima an den Pranger stellt. Statt mit bitterböser Ironie nähert sich Bunger dem Kriegsthema dieses Mal auf ganz emotionale Weise.

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Enno Bunger schreibt zu seiner neuen Single „Kein Mensch startet einen Krieg“ auf Facebook:

„Die Songidee wuchs Ende Februar, ausgelöst durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine. Nach nächtelangem Doomscrolling auf die Liveübertragung der unsäglichen Geschehnisse starrte ich fassungslos auf sämtliche Bildschirme, Tweets und Nachrichtensendungen und begann, einen eigentlich, vermeintlich naiven Gedanken zu einem Lied zu formen – den Gedanken, dass doch kein Mensch, der geliebt wurde oder wird, einen Krieg anzetteln und so großes Leid über andere Menschen bringen würde. Nennt mich naiv, aber ich denke immer noch so.“

Herausgekommen ist ein ganz leiser, reduzierter Song, der von den ersten Berührungen eines Kindes bei uns im privilegierten Westen mit dem Krieg handelt, als ein geflüchtetes Mädchen in seiner Klasse aufgenommen wird. In kindlicher Naivität geht es nun darum, dass Menschen, die schon einmal Liebe empfunden haben, unmöglich einen Krieg starten können. Begleitet wird Ennos zarter Gesang dabei lediglich von einem Klavier.

Es ist traurig genug, dass wir aktuelle Antikriegslieder benötigen. Enno Bunger hat dabei einen fast schon hoffnungsvollen Zwischenweg gefunden. Derzeit versucht er, den Song auch in andere Sprachen neben der ukrainischen übersetzen zu lassen, denn Krieg herrscht nach wie vor nicht nur dort.