Frank Turner setzt der Misogynie der Geschichte die Utopie von „No Man’s Land“ entgegen

Was Catherine Blake, die Resusci-Anne und Frauenrechtlerin Hudā Schaʿrāwī verbindet…

Catherine Blake übernahm Druck, Produktion und Vertrieb der Werke ihres Mannes William und ermöglichte ihm dadurch erst seinen weltweiten Ruhm. Zudem übte sie einen maßgeblichen Einfluss auf dessen Dichtung aus. Um 1900 wurde eine unbekannte Frau tot in der Seine gefunden. Obwohl man ihre Identität nie entschlüsselte, wurde ihr in Zeitungsannoncen veröffentlichte Antlitz zur Inspiration für Dichter und Künstler. Noch heute ist uns ihr Gesicht als Maske der erste Hilfe-Puppe Resusci Anne bekannt. Hudā Schaʿrāwī prägte als Frauenrechtlerin und Aktivistin bereits Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts das Idealbild der modernen, unabhängigen Muslimin und setzte sich ihr ganzes Leben für die soziale Belange armer Frauen und Kinder ein.

Obwohl die erwähnten Persönlichkeiten aus völlig verschiedenen Kulturkreisen oder Zeiten stammen, haben sie zwei entscheidende Gemeinsamkeiten: Sie alle hatten einen entscheidenden Einfluss auf ihre Nachwelt. Dennoch werden die meisten Leser*innen noch nie von ihnen gehört haben. Denn sie hatten einen Nachteil.

Eine späte Danksagung…

Sie waren Frauen und lebten in Kontexten, in denen ihr Geschlecht gesellschaftlich benachteiligt und ihr folgenreiches Wirken vernachlässigt wurde. Die drei Frauen sind bei Weitem nicht die einzigen, denen dieses Schicksal zuteil wurde. Doch sie stehen in einer weiteren Beziehung zueinander. Alle drei sind Protagonistinnen auf „No Man's Land“, dem kommenden Album von Frank Turner. Denn der Punkrocker und erklärte Geschichtsnerd hat für sein neues Projekt seine größten Leidenschaften miteinander verknüpft und würdigt 13 bedeutende Frauen der Geschichte, die nie den verdienten Ruhm erlangt haben. Er erzählt ihre Geschichte oder gibt ihnen den Raum, selbst zu Wort zu kommen.

Eine Podcastreihe begleitet das Album, in der Turner mit Historikern und Experten einen noch tieferen Einblick in Leben und Werk der Frauen gibt. 

„I Still Believe“ hätte es ohne Sister Rosetta Tharpe nie gegeben

Die erste Single „Sister Rosetta“ stellt eine Huldigung an die US-amerikanische Blues-Sängerin und Gitarristin Sister Rosetta Tharpe dar, ohne deren fortschrittliches Gitarrenspiel der Rock'n'Roll wahrscheinlich nicht möglich gewesen wäre. Der Song kombiniert auf harmonische Weise Turners Pop-Rock mit originalen Gitarrenlicks Rosettas und macht Lust auf die restlichen Stücke des Albums, bei denen sich Turner unter anderem Unterstützung von Streich-und Blasinstrumentalistinnen holte. 

Eine aktuelle Botschaft

Turners Botschaft stellt dabei jedoch nicht nur eine historische dar. Als Zeichen gegen die Benachteiligung weiblicher Talente in der Arbeitswelt und im Besonderen im Musikbusiness entwickelte der Brite das Album mit einem rein weiblichen Team, unter anderem mit der renommierten Produzentin Catherine Mark. Die Zusammenarbeit mit neuen Musikerinnen sorgte laut Turner auch dafür, dass der klassische Folk-Punk in den neuen Stücken durch Elemente aus Country, Bluegrass oder Jazz erweitert wurde.

Das Album „No Man's Land“ wird am 16. August erscheinen. Ihr könnt es hier vorbestellen. Bis dahin gibt es jede Woche ein neues Lied nebst Podcastepisode zu entdecken.

Tourdaten folgen in nächster Zeit. Neben zahlreichen Festivalauftritten finden erste Headlineshows bereits diesen Sommer statt:

20.07.2019 Wiesbaden, Open Air im Kulturpark Schlachthof
14.08.2019 Nürnberg, Löwensaal
15.08.2019 Kassel, Kulturzelt

Frank Turners Festival „Lost Evenings“ findet vom 14.-17. April 2020 zum ersten Mal in Berlin-Treptow in der Arena Berlin statt. Tickets gibt es an den klassischen Vorverkaufsstellen.

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