THEES UHLMANN

Foto: Ingo Pertramer
Es ist ein besonderer Balanceakt, den Thees Uhlmann hier wagt – und steht. Denn einerseits sind die Unterschiede zu Tomte groß genug, um der Platte ihre ästhetische Berechtigung zu verleihen. Andererseits sind sie nicht so riesig, dass Tomte-Fans schwer verstört würden. So weit aus seiner Haut fahren kann Uhlmann dann auch wieder nicht. Das lyrische Ich auf der Platte mäandert zwar wie die Elbe vor ihrer Begradigung. Aber die Mittel, die der Geschichtenerzähler Uhlmann einsetzt, sind nicht so verschieden. Wie auch bei Tomte ist er ein Mann der Superlative. Wenn er zum Himmel blickt, ist da das tiefste Blaue. Wenn er schwört, dann für den Rest des Lebens und keinen Tag weniger. Und wenn er eine Stadt besingt, dann ist Paris im Herbst natürlich das Schönste auf der Welt – zumindest vier Minuten und sechs Sekunden lang. Bis zum nächsten Lied, bis zum nächsten Superlativ. Thees: “Ich habe Tomte zwölf Jahre mit totaler Energie von einer Schweinehängerbühne auf einem Straßenfest bis auf die größten deutschen Festivals gebracht. Ohne große Plattenfirma, ohne großes Geld und ohne Management. Das macht mich zwar froh und stolz, aber ich wollte jetzt eine Platte machen, die mit dem Tomte-Kosmos nichts zu tun hat. Eine Platte, die sich musikalisch und lyrisch anders aufstellt und die eine Welt außerhalb von Tomte hat.”
Thees Uhlmann war am 25.09.2011 zu Gast bei TV Noir.

90 mal geküsst!