DEAR READER

Foto: Marcus Maschwitz
Im Februar 2009 veröffentlichten Darryl Torr und Cherilyn MacNeil aus Johannesburg aka. Dear Reader ihr Debütalbum “Replace Why With Funny”. Damals drehte sich alles um die südafrikanische Herkunft der beiden Bandmitglieder und die zerrissene Gesellschaft in der sie leb(t)en.
Nach dem Album kam er dann tatsächlich, der Break-Up. Darryl Torr und Cherilyn MacNeil beschlossen getrennte Wege zu gehen. Cheri, die schon immer alle Musik und Texte für Dear Reader schrieb, zog nach Berlin und begann ein völlig neues Leben.
Die Fremdheit im eigenen Land des ersten Albums hat also einer Fremde in einer völlig neuen Heimat Platz gemacht. Cherilyn MacNeil ist jetzt offiziell „Ausländerin“. Genauer: eine Afrikanerin in Berlin. Komplett mit Aufenthaltsgenehmigung, Steuernummer, Deutschkurs, Visums-Problematik und ernüchternden Besuchen bei der „Ausländerbehörde“.
Dear Reader 2011, man möchte fast „Dark Reader“ rufen, ob der lyrischen Abgründe, die sich hier auftun. In mindestens zwei Songs geht die Welt unter. In einem treffen zwei ehemalige Liebende aufeinander und es entfaltet sich ein grauenhaftes Szenario. Es wird sich getrennt und verworfen, es wird alles hinterfragt und überdacht und das dauernd.
Und dabei denkt man die ganze Zeit, man hört Popsongs. Das ist die eigentliche Kunst des zweiten Albums “Idealistic Animals“: das alles hier ist Arthouse Pop auf allerhöchstem Niveau, und wenn man will, dann merkt man es nicht einmal.
Cherilyn MacNeil aka. Dear Reader war am 25.09.2011 zu Gast bei TV Noir.

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