Goldfains Goldgrube: Audio Poverty

Geschrieben von Goldfain am 7. Februar 2009 |

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Audio Poverty: No markets, no goods, no future?

Diesmal kein Gold in der Grube. Im Haus der Kulturen der Welt startete am Freitag der Audio Poverty Kongress, der sich mit der Musik und Musikökonomie im Digitalen Zeitalter beschäftigt. Und wie der Titel schon sagt, es geht um Armut. Obwohl es heutzutage so viel Musik wie noch nie konsumiert wird, kriecht die Industrie und die Künstler auf dem Zahnfleisch, weil die Umsätze seit Jahren sinken, viel "gesaugt" wird und keine wirksamen Mechanismen gibt, den digitalen Konsum von Musik zu verwerten. 

Die gestrige Podiumdiskussion No markets, no goods, no future? mit gewichtigen Gesichtern der Branche (u.a Dieter GornyMarc Chung, Gudrun Gut) deutete an, dass es sich auch in den nächsten Jahren wenig ändern wird.Während die Tonträgerindustrie zusammen mit dem Tonträger stirbt, gibt es keine vernünftige Lösung dafür, wie Musiknutzung im Internet verwertet werden kann. Oder viel mehr: die Anpassung der Verwertungsmechanismen kommt mit der Entwicklung der Technik nicht mit. Ich hätte mir daher in der Runde jemanden aus der IT-Branche gewünscht, die eigentlich viel mehr mit der Zukunft der Musikindustrie zu tun hat, als Plattenfirmen. Apple oder Lastfm oder zur not  Myspace – das sind die neuen Majors. Die Musikindustrie hat es scheinbar immer noch nicht begriffen…

Sehr sympathisch fand ich aber Achim Bergmann von dem Label Trikont. Er war der einzige in der Runde, der den gesellschaftlichen Werteverfall der Popmusik in den letzten Jahrzehnten zur Sprache gebracht hat. Ich glaube, das ist die wichtigste Ursache für die Massenpiraterie. Das ist aber ein Thema an sich. Mehr dazu in der nächsten Goldgrube.

Audio Poverty: 06.02-09.02.2009, Haus der Kulturen der Welt, Berlin

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